Höckerschwan
Höckerschwäne sind bei uns sehr häufige Wasservögel, die das ganze Jahr über in Deutschland zu beobachten sind.
Man findet diese Vögel auf Seen, in Parkanlagen mit Gewässern, in seichten Meeresbuchten und im Winter auch auf Flüssen.
Man kann Höckerschwäne anhand ihres orange-roten Schnabels mit schwarzer Spitze und dem schwarzen Höcker gut von anderen Schwänen unterscheiden. Neben dem Höckerschwan kommt der Zwergschwan und der Singschwan bei uns vor. Beide Arten sind allerdings deutlich seltener bei uns in Deutschland zu beobachten.
Der Höckerschwan kann eine Körperlänge von ca. 160 cm haben und seine Flügelspannweite beträgt ca. 240 cm. Das Gewicht der Vögel liegt zwischen 10 und 14 kg, wobei Männchen größer und schwerer werden als Weibchen. Außerdem ist der Höcker bei den Männchen, vor allem zur Brutzeit, stärker ausgebildet. Die Gefiederfärbung ist bei beiden Geschlechtern gleich rein weiß. Die Füße und Beine sind bei beiden Geschlechtern schwarz.
Schwäne brauchen zum Abheben eine lange Anlaufphase, bevor sie sich in die Luft erheben können. Eine Zeitlang laufen sie über das Wasser und schlagen mit den Flügeln.
Sobald sie sich in die Luft erhoben haben, ist ihr Flügelschlag langsam und kraftvoll. Sie gewinnen allerdings nur sehr langsam an Höhe und der Flug wirkt insgesamt schwerfällig.
Höckerschwanküken haben zuerst ein silbergraues Gefieder, das mit der Zeit in eine graubraune Farbe übergeht. Der Schnabel der Küken ist schwarz, die Füße und Beine dunkelgrau. Das vollständig weiße Gefieder bekommen die jungen Schwäne erst nach der Vollmauser im zweiten Lebensjahr.
Höckerschwäne mausern einmal im Jahr ihr Gefieder und sind dann für einen Zeitraum von sechs bis acht Wochen flugunfähig. Bei brütenden Weibchen beginnt die Mauser noch während die Küken klein sind. Die Mauser der Männchen erfolgreicher Brutpaare beginnt, wenn beim Weibchen die Flugfedern wieder nachgewachsen sind.
(Junger Höckerschwan)
Für den Höckerschwan werden keine Unterarten beschrieben. Es existiert allerdings eine Farbmorphe, die als "immutabilis-Morphe" oder „Polnischer Schwan“ bezeichnet wird. Diese Farbvariante weist kein Melanin auf, so dass die Dunenküken und Jungvögel rein weiß erscheinen.
Die Jungvögel dieser Farbmorphe haben bis zur Geschlechtsreife pinkfarbene bis gelbe Füße und Beine. Ausgewachsene Schwäne dieser Farbvariante haben hellgraue bis fleischfarbene Beine. Man findet diese Variante häufiger bei im Osten Europas brütenden Höckerschwänen und bei den in den USA eingeführten Schwänen.
Man geht davon aus, daß diese Farbmorphe in historischer Zeit gezielt gezüchtet wurde. Ausgewachsene Höckerschwäne reagieren auf die weißen Küken und Jungvögel aggressiver und diese werden früher als graubraune Jungvögel aus dem Territorium vertrieben. Ihre Sterblichkeitsrate ist im Vergleich zu den normalfarbenen Jungvögeln daher höher.
Normalerweise werden Höckerschwäne etwa 16 bis 20 Jahre alt. Allerdings werden sie wohl in Einzelfällen auch deutlich älter. Es konnte ein Exemplar mit 40 Jahren nachgewiesen werden.
Gebrütet wird einmal im Jahr. Ein Gelege besteht aus fünf bis acht Eiern, die 35 bis 38 Tage lang bebrütet werden. Es brütet überwiegend das Weibchen. Die Jungvögel werden von beiden Elternteilen etwa vier bis fünf Monate lang versorgt. Vor allem das Weibchen trägt die Küken in der ersten Zeit ab und zu zwischen den Flügeln auf dem Rücken. Nach 120 bis 150 Tagen werden die Jungvögel flügge.
Schwäne haben in Mitteleuropa nur wenige Fressfeinde. Höckerschwäne gehören in Deutschland zu den jagdbaren Tierarten, und jedes Jahr werden mehrere Tausend geschossen.
Zu einer Bestandsregulierung kommt es durch die stark ausgeprägte Territorialität der Schwäne während der Brutzeit sowie durch Verluste in strengen Winterhalbjahren.
Der Höckerschwan kam ursprünglich im nördlichen Mitteleuropa, im südlichen Skandinavien, im Baltikum und im Bereich des Schwarzen Meeres vor.
In Asien reicht sein Vorkommen von Kleinasien bis Nordchina. Die Brutpopulationen in Westeuropa gehen ausschließlich auf ausgesetzte und verwilderte Vögel zurück. Auch in manchen Regionen Mitteleuropas war der Höckerschwan möglicherweise nie heimisch.
Galerie - Höckerschwan
-Steckbrief Höckerschwan:
| Name: |
Höckerschwan |
| Wissenschaftl. Name: |
Cygnus olor |
| Ordnung: |
Gänsevögel (Anseriformes)
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| Familie: |
Entenvögel (Anatidae)
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| Gattung: |
Schwäne (Cygnus)
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| Art: |
Höckerschwan |
| Größe: |
bis 160 cm |
| Gewicht: |
10 bis 14 kg |
| Lebenserwartung: |
16 bis zu 20 Jahre, manchmal deutlich älter |
| Lebensraum: |
Seen, Teiche, Flüsse, Küstengebiete, Sumpfgebiete
|
| Nahrung: |
Wasserpflanzen, Gras, Schnecken, Muscheln |
| Brutverhalten: |
1 Brut pro Jahr mit 5 bis 8 Eiern |
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Enten, Gänse und andere Wasservögel in Deutschland
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