Entenvögel - Fehlfarben & Kreuzungen
Eine der schönsten Launen der Natur sind Vögel, die in ihrem Erscheinungsbild von der Norm abweichen. Sie tragen einzigartige Gefiederfarben und Zeichnungen, die jedes Exemplar aus der Menge hervorheben.
Bei Enten und Gänsen kommen diese Abweichungen recht häufig vor, was zweierlei Gründe hat.
Zum einen sind Entenvögel genetisch näher miteinander verwandt, als es bei anderen Vögeln der Fall ist. Das führt dazu, dass es häufiger als bei anderen Familien zu Kreuzungen kommen kann.
Handelt es sich um Kreuzungen verschiedener Entenarten, werden diese Kreuzungen "Hybride" genannt. So zum Beispiel bei einer Kreuzung aus Stockente und Spießente.
Vermischen sich domistizierte Entenvögel (z.B. Hausente - Anas platyrhynchos f. domesticus) und Wildenten (z.B.
Stockente - Anas platyrhynchos), dann werden diese Kreuzungen "Mischlinge" oder "Bastarde" genannt.
Mischlinge sind oft fruchtbar und können sich fortpflanzen, bei Hybriden dagegen ist die Fortpflanzungsfähigkeit in den meisten Fällen nicht gegeben.
Der zweite Grund für Farbabweichungen im Tierreich sind natürliche genetische Fehlfärbungen, wie der Albinismus oder der Leuzismus.
Leuzismus ist bei vielen verschiedenen Vogelarten nachgewiesen worden. Die Vögel haben dann weiße Flecken im Federkleid, deren Intensität in verschiedenen Abstufungen vorkommt.
Es handelt sich beim Leuzismus um eine harmlose Defekt-Mutation, die dazu führt, dass die Federn weiß und die darunterliegende Haut rosa ist, da die Haut keine Melanozyten (farbstoffbildende Zellen) enthält.
Auch wenn bei leuzistischen Tieren Federpigmente fehlen, hat der Schnabel eine normale Färbung und die Augen sind ebenfalls normal gefärbt. Bei Albinos dagegen sind Schnabel und Augen rot oder rosa und wegen dem vollständigen Fehlen von Melanin ist das Gefieder komplett weiß.
Besonders bekannt für die Vermischung verschiedener Entenarten sind die Schwimmenten (Gattung Anas), zu denen auch die allseits bekannten Stockenten gehören.
Weitere Schwimmentenarten in Deuschland sind zum Beispiel
Schnatterenten, Spießenten, Krickenten, Knäkenten, Löffelenten und Pfeifenten.
Es gibt einen sehr interessanten Beitrag von Jörn Lehmhus zur Identifikation von Entenhybriden der Gattung Anas, den ihr unter folgendem Link findet:
www.orniberlin.de
Die Nachkommen der vermischten Enten- und Gänsearten sind im Allgemeinen sehr individuell gefärbt und deswegen recht schwierig zu bestimmen. Trotz der Bestimmungshilfe von Jörn Lehmhus kann ich persönlich nur darüber rätseln, wer die Eltern der jeweiligen Exemplare waren oder ob eventuell eine natürliche, genetische Fehlfärbung vorliegt.
Falls mir jemand bei der Bestimmung weiterhelfen kann, freue ich mich natürlich über jegliche Hilfe von Fachleuten :)
Schreibt mir gerne eure Meinung über die hier gezeigten Vögel und deren mögliche Abstammung an: sandra.waeschenfelder@web.de
Galerie - Enten & Gänse
Mehr über die heimische Wasservogelwelt findet ihr hier:
Wasservögel in Deutschland