Girlitz
(Girlitz Männchen)
Der Girlitz ist ein kleiner Singvogel aus der Familie der Finken. Er ist mit einer Körpergröße um die 11 cm, einer Flügelspannweite von ca. 20 cm und einem Körpergewicht von 11 - 13 g der kleinste Fink in Europa.
Der Girlitz ist nahe mit dem Kanarengirlitz verwandt, der die Urform des bekannten Kanarienvogels ist.
Man findet die kleinen Vögel in Nordafrika, Kontinentaleuropa und Kleinasien. Bei uns in Deutschland sind sie nur im Sommer zu sehen.
In Südeuropa und Nordafrika sind Girlitze Standvögel. In Mitteleuropa und in Kleinasien sind sie Teilzieher und in Teilen Dänemarks und Südschwedens Zugvögel. Die Winterquartiere liegen in West- und Südeuropa, in Nordafrika und im Nahen Osten.
Männchen und Weibchen sind unterschiedlich gefärbt. Das Männchen ist recht intensiv gelb gefärbt und das Gefieder ist gestreift.
Beim Männchen ist die Stirn, die Kehle und die Brustmitte ungestreift gelb. Am Scheitel finden sich undeutliche schwärzliche Schaftstreifen und gelblichgrüne Säume. Der Bauch ist weißlich.
Das Weibchen hat deutlich unauffälligere Farben. Das Gefieder ist gelblich, aber viel blasser als beim Männchen und ist schwarzbraun längsgestreift. Der Scheitel und der Rücken sind sonst hellbräunlich bis beige.
Der Lebensraum der Vögel in Mitteleuropa reicht von der Meeresküste bis in 2000 m Höhe. Am liebsten besiedeln sie
offene Landschaften mit Bäumen und Büschen als Versteckmöglichkeiten und Singwarten.
Außerdem findet man die Vögel auch in Moorlandschaften, Berglandschaften, Dickichten an Gewässern, an Waldrändern und in lichten Wäldern. Auch die Nähe zum Menschen scheint den Girlitz nicht zu stören, denn auch Gärten, Weinbaugebiete, Obstgärten, Parks und Friedhöfe werden als Lebensraum gerne angenommen.
In Spanien findet man die Vögel sogar bis in 2500 m Höhe. Er bevorzugt dort Wälder und baumreiche Landschaften wie z.B. Steineichenwälder.
Der Girlitz sucht seine Nahrung normalerweise ganzjährig auf dem Boden, manchmal auch auf Stauden oder in Bäumen.
Hauptsächlich ernährt er sich von
Knospen, Wildkräutern, Blüten, Blättern und Samen. Im Sommer stehen auch kleine Insekten auf dem Speiseplan.
Die Brutzeit dauert in Mitteleuropa von Mitte März bis Mitte Mai. Dabei finden sich Brutpaare zusammen, die eine monogame Saisonehe führen. Nachdem das Weibchen in Begleitung des Männchens mögliche Nistplätze geprüft hat, beginnt es mit dem Nestbau. Dabei bevorzugt der Girlitz gut versteckte Orte in Verbindung mit einem guten Ausblick.
Das Gelege besteht normalerweise aus 3 bis 5 Eiern, die das Weibchen allein etwa 12 bis 14 Tage bebrütet.
Sind die Jungvögel geschlüpft, dauert es etwa 16 Tage bis sie das Nest verlassen können. Sie bleiben in der Nähe des Nestbaums und werden bis zum 23. Tag von ihren Eltern versort. Oft werden sie vom Männchen allein gefüttert, während das Weibchen schon mit der zweiten Brut des Jahres beginnt.
-Steckbrief Girlitz:
| Name: |
Girlitz |
| Wissenschaftl. Name: |
Serinus serinus |
| Ordnung: |
Sperlingsvoegel (Passeriformes) |
| Familie: |
Finken (Fringillidae) |
| Gattung: |
Girlitze (Serinus)
|
| Art: |
Girlitz |
| Größe: |
ca. 11 cm |
| Gewicht: |
ca. 11 - 13 g |
| Lebenserwartung: |
3 bis 5 Jahre |
| Lebensraum: |
offene Landschaften mit Büschen und Bäumen, Parks, Gärten, Waldränder, lichte Wälder
|
| Nahrung: |
Samen, Wildkräuter, Blüten, Blätter, Insekten, Knospen |
| Zugverhalten: |
Zugvogel, in Südeuropa und in Afrika Standvogel |
| Brutverhalten: |
1 - 2 Bruten pro Jahr mit 3 - 5 Eiern |
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