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Eisvogelansitz bei Clemens und Nils Keck

Eisvogel fotografieren

Der Eisvogel ist ja unbestritten einer unserer schönsten Vögel. Diese Tatsache führt dazu, daß ich mich immer sehr freue, wenn ich einen Eisvogel vor die Kamera bekomme. Zugegebenermaßen ist dieses Unterfangen nicht ganz einfach, denn Eisvögel sind naturgemäß eher scheue Zeitgenossen. Meistens halten sie sich an langsam fließenden Gewässern mit reichlich kleinen Fischen auf. Hat man in der freien Natur einen Eisvogel gesichtet und kann ihn auf gewisse Entfernung sogar gut beobachten, muß man leider feststellen, daß die Distanz zum Fotografieren meistens zu groß ist.

Eisvogel

Um die Vögel gut zu fotografieren, braucht es idealerweise ein Versteck, in dem man als Fotograf nicht von den Vögeln gesehen wird. Leider hatte ich bisher nur mäßigen Erfolg auf brauchbare Bilder, wenn ich mich auf eigene Faust an der Einrichtung einer derartigen Tarnvorrichtung versucht hatte. Deswegen durchforstete ich das Internet nach alternativen Möglichkeiten und wurde schon bald fündig. Es gibt deutschlandweit mehrere Anbieter, bei denen man sich einfach ein Fotoversteck mieten kann.

Eisvogel Ansitz

Wärmstens zu empfehlen ist zum Beispiel das Fotoversteck von Clemens und Nils Keck bei Hechingen, Baden-Württemberg. Ich war zwar vor einigen Jahren schon dort, aber man kann ja schließlich nie genug Bilder vom Eisvogel haben. Außerdem war es mir bisher noch nie gelungen, das Federtier im Flug abzulichten. Mit diesem Vorhaben machte ich mich also im August 2025 an einem verregneten, sehr frühen Morgen, wieder auf nach Hechingen.

Eisvogel Fotoversteck Eisvogel Fotoansitz

Unterwegs fiel mir brühwarm ein, daß ich mein Stativ zu Hause vergessen hatte, was natürlich im Ansitz zu diversen Problemen führen würde. Glücklicherweise konnte Clemens aushelfen und mir ein Stativ ausleihen. Ich wurde also samt Leihstativ kurzerhand zu einem Parkplatz an einem Feldweg gelozt, von dem aus wir zu Fuß weitergingen, bis wir das Fotoversteck an einem Bach erreichten.

Eisvogel Männchen

Wenn man derartige Unternehmungen macht, sollte man übrigens immer darauf vorbereitet sein, daß sich das Fotoversteck durchaus irgendwo im Nirgendwo befinden kann. Der Weg dorthin kann schonmal durch hohes Gras, durch Gestrüpp oder durch einen Bach führen, so daß es im Vorfeld ratsam ist, sich über die Gegebenheiten zu informieren. Es schadet jedenfalls nie, wenn man Gummistiefel, lange Kleidung und Mückenschutz mit im Gepäck hat.

Angekommen im Tarnzelt und umständlich eingerichtet, war ich also gespannt, was der Tag wohl bringen würde. Ich hoffte natürlich auf einen Eisvogel, aber man weiß ja nie, was sonst noch so herum kreucht und fleucht. Als erstes paddelten ein paar Enten vorbei, gefolgt von einer hecktisch herumflatternden Gebirgsstelze. Anschließend konnte ich einen Biber sichten und auch eine Wasseramsel ließ nicht lange auf sich warten. Der einzige Kandidat, der sich heute bitten ließ, war der Eisvogel.

Eisvogel fotografieren

So vergingen die Stunden und ich wurde in meinem Zelt zur leichten Beute für allerlei blutsaugende Insekten. Denn natürlich hatte ich auch mein Mückenspray zu Hause vergessen. Aber so ist das eben, wenn das Gehirn früh morgens nur auf Standby läuft. Naja, so endete ich also als Mückenfrühstück und stand heute eben mal nicht am Ende der Nahrungskette :(
Gegen Mittag bekam ich eine Nachricht von Clemens, der mich fragte, wie es mit dem Eisvogel läuft. Wahrheitsgemäß berichtete ich ihm von einem bisher nicht vorhandenen Eisvogel. Wobei ich ihn mittlerweile durchaus schon ein paar mal in einiger Entfernung sichten konnte. Das war ja immerhin ein gutes Zeichen.

Eisvogel Fotoansitz

Gerade tippte ich also auf meinem Handy herum, um eine Antwort zu schreiben, als ich im Augenwinkel etwas Blaues erkennen konnte. Es war direkt vor mir auf dem vorgesehenen Ast gelandet und hatte promt einen Fisch ergattert. Ich warf das Handy in die Ecke und freute mich jetzt über mein heutiges Model, das sich pünktlich zum Mittagessen doch noch blicken ließ.

Eisvogel

Nun schien der Eisvogel Appetit bekommen zu haben, denn kaum war der erste Fisch im Schlund verschwunden, machte er sich daran, den nächsten Fisch aus dem Wasser zu holen. Allerdings hatte er erstmal keinen Erfolg. Dieser Umstand war für den Eisvogel vielleicht etwas frustrierend, aber für mich war es natürlich von Vorteil. Ich konnte ihn bei seinen Attacken gut fotografieren, so daß ich endlich meine lang ersehnten Flugaufnahmen machen konnte :)

Eisvogel Fotoansitz

Unverrichteter Dinge platzierte sich der Vogel schließlich über mir in einem Baum und guckte von dort aus wie versteinert ins Wasser. Vielleicht versuchte er, die Fische zu hypnotisieren, wer weiß das schon.
Inzwischen hatte ich für meinen Teil jedenfalls auch ordentlich Hunger. Ich packte also meine Brote umständlich aus und versuchte, nichts auf dem Boden zu verteilen, da platschte es direkt vor mir. Herr Eisvogel hatte also beschlossen, weiterzufischen.

Eisvogel Fotoversteck

Jetzt legte er sich richtig ins Zeug und der Nachmittag verging wie im Flug. Ein sehr quirliger Eisvogel schwirrte unermüdlich um mich herum, zeigte sich von seiner schönsten Seite und machte überhaupt keine Anstalten mehr, zu verschwinden. Nicht daß ich das wollte, allerdings musste ich irgendwann auch wieder aufbrechen, um meine dreistündige Rückfahrt anzutreten. Es war wirklich schwer, mich an diesem Tag von dem netten Federtier zu trennen, denn der Ansitz funktionierte inzwischen derartig gut, wie ich es nur selten erlebt habe :)

Eisvogel Foto

Möchtet ihr auch einmal einen Eisvogel vor die Kamera bekommen, findet ihr den Kontakt zu Clemens und Nils Keck auf folgenden Webseiten:

http://dachsnaturfilm.jimdofree.com
http://waldundwild1.jimdofree.com/fotoversteck-touren

Eisvogel fotografieren Eisvogel Fotografieren