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Raubwürger

Raubwürger

Der Raubwürger ist ein etwa amselgroßer grauer Vogel, der durch seine schwarze Gesichtsmaske auffällt. Männchen sind etwas kräftiger gezeichnet als Weibchen und haben einen vollständig dunklen Schnabel, ansonsten sehen sich die Geschlechter recht ähnlich.
Meistens sitzen die Vögel auf gut sichtbaren Sitzwarten wie Baumspitzen oder Masten und halten von dort aus Ausschau nach Beutetieren. Dabei sitzen sie oft sehr aufrecht und erscheinen dadurch besonders aufmerksam.
Als Lebensraum benötigen diese Vögel halboffene Landschaften wie zum Beispiel Moorgebiete oder Weideflächen mit einzelnen Gebüschen, Sträuchern oder Bäumen.
Leider gelten Raubwürger als vom Aussterben bedrohte Vogelart, da es immer weniger geeignete Lebensräume für sie gibt. Ausserdem leiden sie unter dem intensiven Einsatz von Pestiziden, weil sich dadurch ihr Nahrungsangebot verringert. Als Nahrung dienen große Insekten, kleine Wirbeltiere und kleine Vögel. Raubwürger jagen nicht ausschließlich von einer Sitzwart aus, auch aus dem falkenähnlichen Rüttelflug heraus stoßen sie auf ihre Beutetiere herab. Zur Aufbewahrung spießen sie ihre Beute auf Ästen auf oder klemmen sie in Spalten.
In Deutschland sind Raubwürger Standvögel, die sich im Winter in der Nähe ihres Brutrevieres aufhalten. Weiter nördlich brütende Vögel ziehen im Winter meistens als Kurzstreckenzieher in mildere Regionen.
Die Geschlechtsreife erreichen die Vögel Ende des ersten Lebensjahres, aber viele brüten erst im Jahr darauf. Die Brutpaare bilden normalerweise eine monogame Saisonehe und ziehen pro Jahr eine Brut groß. Die Paarbildung der Standvögel beginnt schon früh im Jahr und nimmt einige Zeit in Anspruch. Raubwürgerweibchen sind sehr selbstständig und müssen während der Paarbildung nach und nach ihre Aggression gegenüber ihrem zukünfitgen Brutpartner verlieren und sich langsam dem Männchen unterordnen. Das Weibchen wird vollständig von ihm abhängig, weil er sie während der Brutzeit und während der ersten Zeit nach dem Schlüpfen der Jungvögel mit Nahrung versorgt.
Das Männchen wählt den Neststandort, der meistens in Bäumen oder höheren Büschen liegt. Ein Raubwürger-Gelege besteht normalerweise aus vier bis sieben Eiern, die zwischen 15 und 17 Tage lang bebrütet werden. Sind die Jungvögel geschlüpft, werden sie in den ersten Tagen vom Männchen mit Nahrung versorgt. Nach etwa einer Woche beteiligt sich auch das Weibchen in geringerem Anteil an der Nahrungsbeschaffung für die Jungvögel, die nach etwa 19 Tagen flügge werden. Weitere vier Wochen werden sie noch von den Elternvögeln betreut, bevor sich die Familie auflöst und sowohl die Jungvögel als auch die Elternvögel getrennte Wege gehen.

-Steckbrief Raubwürger:

Name: Raubwürger
Wissenschaftlicher Name: Lanius excubitor
Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes) ‎
Familie: Würger (Laniidae)
Gattung: Echte Würger (Lanius)
Art: Raubwürger
Größe: 22 bis 26 cm
Gewicht: 64 g
Lebensraum: halboffene Landschaften wie Moorgebiete, Weideflächen, Zwergstrauchheiden
Lebenserwartung: 6 Jahre
Nahrung: Insekten, Kleinsäuger, Vögel, Amphibien
Zugverhalten: Standvogel/Kurzstreckenzieher
Brutverhalten: 1 Brut pro Jahr mit 4 bis 7 Eiern